Rhetorikklub Dresden

Stegreifreden meistern

Wieder ist ein toller Stegreifabend vorbei.

Doch dieses mal war er etwas anderes. Ganz am Anfang hat uns Berndt einige Möglichkeiten aufgezeigt, wie man Stegreifreden meistern kann.

Eine Möglichkeit ist die Vision. Das ermöglicht dem Redner eine Frage oder ein gegebenes Thema in die Zukunft zu projizieren.
Fliegende Kühe? Warum nicht! Dieses Mittel ermöglicht es, ein Thema sachlich oder im wahrsten Sinne des Wortes kreativ visionär zu betrachten und eine Zukunft zu malen, die das Publikum inspiriert.

Als Zweites wurde der Zeitstrahl vorgestellt. Hier hangelt sich der Redner von der Vergangenheit bis zur Zukunft. Dadurch ist es möglich, einen einfachen Bogen zu spannen und der Rede einen strukturierten Aufbau zu geben.
Wie war es vor 20 Jahren? Wie ist es heute? Wie wird es in zwanzig Jahren sein? Beantworte diese Fragen und zwei Minuten vergehen wie im Flug.

Eine weitere Möglichkeit ist die Assoziation. Hier darf der Redner einfach mit dem anfangen, was ihm in den Sinn kommt. Egal was ihm einfällt. Er kann Begriffe aus der Frage oder dem Thema nehmen und dann mit anderen
Themen oder Fragestellungen zu verknüpfen. Das bietet die Möglichkeit, einem Thema viele verschiedene Facetten zu verleihen oder Themen mit einander zu verknüpfen, die nicht auf der Hand liegen.

Als Drittes wurde das Pro und Contra vorgestellt. Das ist einfaches Mittel, um bei Stegreifreden zu bestehen. Der Redner kann ein Teil des Themas aufnehmen und das dafür oder dagegen erläutern.
Er hat auch die Möglichkeit beide Seiten zu beleuchten. Doch Vorsicht. Die Rede kann schnell in die Sachlichkeit abrutschen und das Publikum langweilen.
Wer aber einen Hang zum Humor hat, kann das die Rede humoristisch oder satirisch auffrischen. Das Publikum wird es einem danken, sofern die Pointen sitzen. Aber das kann im Rhetorikklub ausgiebig geübt werden!

Als Letztes wurde das Abseits vorgestellt. Dieses Mittel eignet sich hervorragend bei unverschämten Fragen oder wenn einem einfach nichts einfallen will.
Hier hat der Redner die Möglichkeit, ganz bewusst vollkommen vorbei vom Thema zu sprechen. Zum Beispiel ist es möglich, den Fokus auf ein ganz anderes Thema zu lenken. Da war die eine Sache, die ich schon immer unbedingt erzählen wollte.
Es bietet sich aber auch die Möglichkeit, viel zu reden, ohne etwas zu sagen. Letzteres ist die ganz hohe Kunst. Vor allem wenn das Publikum fasziniert zuhört und am Ende ganz genau weiß, dass trotz allem nichts gesagt wurde. Woher kennen wir das wohl?

Egal welches Mittel gewählt wird. Die Zeit wird beim Reden wie im Fluge vergehen. Garantiert!