Rhetorikklub Dresden

Archiv des Autor: Steffen Fechner

Am Ende des Jahres

Ein gemütliches und weihnachtliches Treffen ist zu Ende.
Dieses Mal hatten alle Redner die Möglichkeit, aus vorgegebenen Kategorien ihre Reden zu wählen.
Sozusagen wie ein Adventskalender und hinter jeder Türe steckte eine Frage, die mehr oder weniger etwas mit Weihnachten zu tun hatte.

So gab es z. B. die Kategorie „Außerirdische“. Was haben aber Außerirdische mit Weihnachten zu tun? Im Prinzip ist es ganz einfach.
Wenn Außerirdische auf den Planeten kommen, wie erklären wir ihnen, was Weihnachten ist? Eine einfache Frage, die gar nicht so leicht zu beantworten ist.

Unter der Kategorie „Moral & Ethik“ wurde gefragt, ob es moralisch verwerflich ist, die Türen im Adventskalender vorzeitig zu öffnen.
Passend dazu gab es die Kategorie „Innovation“ und was wir machen können, damit ein Türchen nicht vorzeitig geöffnet werden kann.

Es folgten weitere zwölf Kategorien, wie z. B. Arbeitsrecht, Werbung oder Bürokratie, die mit kreativen Antworten gelöst wurden. Spätestens bei der zweiten persönlichen Rede waren alle im Fluss und hatten sichtlich Spaß.
Die Zeit verging wie im Fluge, so wie dieses Jahr.

Wir dürfen gespannt sein, was das Nächste bringen wird.

Weihnachtlich

Guido, unser Moderator des Abends, hat sich etwas Besonderes für die weihnachtliche Zeit ausgedacht.

Zuerst las Guido eine schöne kleine Geschichte vor. Leider fehlte hier noch das Kaminfeuer, um die Atmosphäre abzurunden . Der Ton des Abends war aber damit gesetzt.
Anschließend folgten die Stegreifreden. Es waren nicht nur weihnachtliche Fragen, wie z. B. „Was ist für Dich an Weihnachten am schönsten?“, die wir alle kennen.
Nein! Guido nahm sich Symbole und Geschichten, die etwas mit der Weihnachtszeit zu tun haben und erzählte uns erst etwas über dessen Herkunft oder Bedeutung.

Dann hatte der Redner die Möglichkeit, etwas aus dem Thema zu machen. Was würde mir z. B. zum Stern von Bethlehem einfallen. Bei Enrico wissen wir jetzt, dass er sich einen Mercedes wünscht!
Was kann ich zu Weihnachtspyramiden, Stollen oder den Heiligen Drei Königen sagen? Wobei letztere erst Weisen und erst im Mittelalter zu Königen wurden, wie wir erfahren haben.

Ein wunderbar vorbereiteter Abend in warmer und freundlicher Atmosphäre – inklusive Wissen gepaart mit Rhetorik – ist damit Geschichte.


Das ist der Rhetorikklub, wie er leibt und lebt.

Welt der Wunder

Das letzte Treffen stand unter dem Motto „Sieben Weltwunder – Welt der Wunder“.

Doch bevor das Motto bei den Stegreifreden umgesetzt wurde, gab es eine vorbereitete Rede von Marina.
Es war der Eisbrecher und damit ihre erste Rede. Wie bei jeder ersten Rede war sie innerlich nervös, hat sich das aber nicht anmerken lassen.
Marina erzählte uns kurz und knapp etwas über sich, Ihr Leben und Ihre Hobbys.
Quintessenz der Rede war, dass wir aus unserer Komfortzone ausbrechen sollen.
Wir sollen neugierig auf die Welt und auf den nächsten Tag sein! Für die erste Rede ein großartiges und gelungenes Fazit.

Anschließend ging es mit den Stegreifreden weiter.
Heike, unsere Moderatorin, hatte sich wieder einflussreiche, kreative und fordernde Fragen ausgedacht.
Zum Beispiel sollte Guido als Kameltreiber bei den Pyramiden den Touristen ein größtmögliches Trinkgeld aus der Tasche leiern.
Julian wurde gefragt, warum ein Lächeln im Alltag Wunder bewirken kann.

Ein rundum gelungener Abend ist damit vorbei.
Seiten wir neugierig und freuen uns auf den Nächsten!

Lebensfragen

Nach den Workshops über Stegreifreden und wie wir diese meistern können, war es mal wieder an der Zeit für Mitglieder und Gäste Fragen aus dem Leben zu beantworten.
Haben die Workshops geholfen? Konnten die Mitglieder Fragen wie

  • Was wäre, wenn Menschen Eier legen würden?
  • Warum hat Tarzan keinen Bart?
  • Warum sind beide Elternteile von Spongebob rund, während er quadratisch ist wie ein Küchenschwamm?
  • Gibt es Gespenster?
  • Ist das Kunst oder kann das weg?

beantworten? Und wie das konnten! Die größte Herausforderung bei solchen Fragen ist, sie nicht ernsthaft oder realistisch zu beantworten. Hier ist jede Menge Kreativität, Fantasie und ein wacher Geist gefragt.
Das haben Mitglieder wie Gäste beeindruckend gezeigt.

Nicht nur den Mitgliedern hat das sichtlich Spaß gemacht, auch unsere Gäste haben sich an der einen oder anderen Frage probiert.
Das ist doch das Schönste am Rhetorikklub. Wir üben zu reden und haben Spaß dabei!

Langweilige Themen?

Reden lernt man nur durch reden, sagte bereits der römische Rhetoriker Cicero.
Doch worüber reden, wenn einem nichts einfällt oder einem nur langweilige Themen einfallen?
Es gibt aber keine langweiligen Themen, sondern nur langweilige Vortragende! Auch ein auf den ersten Blick
uninteressantes Thema lässt sich so aufbereiten, dass die Zuhörer davon profitieren können.

Doch wie kann das umgesetzt werden? Das war die Herausforderung unseres letzten Workshops: „Schnell und einfach
zur nächsten Rede.“

Wir haben gelernt, dass jede Rede ein Anliegen, eine Botschaft oder eine Absicht haben muss. Sind wir uns dessen im Klaren, dann können wir von dem Ende her eine Rede konstruieren.
Es werden Informationen gesammelt. Die Rede wird strukturiert und weiter verfeinert. Als Hilfsmittel wurden verschiedene Techniken, Kreativitätsübungen und Werkzeuge vorgestellt.

Das Highlight war eine kleine Gruppenarbeit, bei der innerhalb von zehn bis fünfzehn Minuten eine Rede entwickelt wurde. Das Resultat waren kleine Reden, die informativ, überzeugend, motivierend oder unterhaltend waren.

Unsere Gäste – ja selbst erfahrende Mitglieder – waren überrascht, wie schnell und einfach es ist, eine Rede zu entwerfen.


Ein voller Erfolg!

Die Kunst von Stegreifreden

In den letzten drei Treffen drehte sich alles um das erfolgreiche Halten von Stegreifreden.
Dazu haben sich unsere beiden Moderatoren Guido und Heike etwas Besonderes ausgedacht.
Ein Stegreifredenabend gemischt mit einem Workshop. Theorie mit angewandter Praxis!

Zuerst haben wir uns gefragt, ob das klappt? Und wie das klappt!

Von einem erfahrenen Mitglied wurde mittels einer Stegreifrede das jeweilige Prinzip erklärt.
Dazu wurden die folgenden Techniken gezielt ausgewählt.

  • Vergangenheit-Gegenwart-Zukunft
  • Pro und Kontra
  • Storytelling
  • Vision und Traum
  • Idee und Weg der Entwicklung
  • Abseits
  • Eigene Befindlichkeit

Danach hatte ein anderes Mitglied oder ein Gast Gelegenheit, die Technik sofort auszuprobieren.
Durch Wiederholungen wurde das Ganze noch mal gefestigt.

Die Mitglieder und Gäste waren begeistert. Vor allem die Gäste bekamen konkrete Vorschläge und Empfehlungen an die Hand.
Dadurch ist selbst unseren unerfahrenen Gästen leicht gefallen, spontan eine Rede zu halten. Egal zu welchen Thema oder Frage!

Wer nur einige dieser Prinzipien beherrscht und regelmäßig übt, der ist fürs Leben gewappnet.
Garantiert!

Die Kunst des guten Feedbacks

Der vergangene Abend stand im Zeichen des Workshops. Unser langjähriges und erfahrenes Mitglied Enrico hatte sich das Ziel gesetzt, uns und unsere Gäste in die Welt des guten Feedbacks zu entführen.

Doch was sind Feedback bzw. Rückmeldungen? Was macht ein gutes Feedback aus?

Rückmeldungen zum eigenen Redeverhalten sind das Herzstück eines jedes Toastmaster-Treffens. Für manche Toastmaster gehört die „Bewertungsrede“ gar zu den Lieblingsdisziplinen. Denn in einer gelungenen Bewertungsrede spiegeln sich viele Aspekte guter Kommunikation wieder. Dazu gehören Beobachten, Zuhören und wertschätzend und präzise präsentieren. Eine wichtige Maxime der Toastmasters lautet daher: „Wenn Du Deine Redekunst verbessern willst, solltest Du lernen, wie Du hilfreiche Bewertungen abgibst“.

Bewertungen ermutigen Redner, weiter zu üben und zu lernen. Mitglieder, die aufmerksame Bewertungen erhalten, fühlen sich gehört und werden motiviert, sich zu verbessern.

Dadurch entwickeln wir uns nicht nur selbst weiter, sondern geben auch anderen die Möglichkeit zu wachsen und das jeden Tag!

Einmalig

Guido, unser Moderater des Abends, hat aus dem Abend etwas Einmaliges gemacht.
Es war ein Stegreifabend, kombiniert mit einem Workshop.

Wir haben gelernt, mit welchen drei Methoden Stegreifreden gemeistert werden können.
Zuerst gab es eine kleine Vorstellung der jeweiligen Methode. Der erste Redner hatte dann die Aufgabe, das ganze noch
mal ausführlicher mit einem kleinen Beispiel zu erklären. Der zweite Redner musste die Methode dann anhand einer
Frage durchführen.

Zuerst war die Methode „Vergangenheit – Gegenwart – Zukunft“ gefragt. Es ist auch möglich, Zeitstrahl dazu zu sagen.
Der Redner nimmt hier etwas aus der Vergangenheit. Das kann ein persönliches Erlebnis sein oder eine Beobachtung. Dann folgt eine kleine Anekdote aus der Gegenwart. Zum Schluss wird das Ganze mit der Zukunft abgerundet.

Als zweite Möglichkeit wurde das „Pro und Kontra“ vorgestellt. Diese einfache Methode erlaubt es,
zu einem beliebigen Thema, das für und wieder darzustellen. Der Redner kann das ganze dann durch einfache Beispiele untermauern.

Eine etwas herausfordernde Methode ist das „Storytelling“. Hier geht es ganz einfach darum, Geschichten zu erzählen.
Das kann eine persönliche Geschichte sein, die immer gut ankommt oder eine ausgedachte. Jedenfalls ist hier der Kreativität keine Grenzen gesetzt.
Wichtig ist hier, dass es mindestens einen Anfang, einen Mittelteil und einen Schluss gibt. Ebenfalls sollte nicht vergessen werden, dass gute Geschichten mit einem guten ersten Satz beginnen.

Mit diesen einfachen Methoden und etwas Übung ist damit jeder in der Lage, aus dem Stegreif eine Rede zu halten, egal zu welchem Thema.


So einfach kann Reden sein.

Fragen über Fragen

Der vergangene Abend war durch Stegreifreden geprägt. Es wurde ein buntes Potpourri aus Fragen und Themen zusammengestellt.
Da gab es z. B vielfältige Fragen, die jeder Mensch sich sicherlich schon einmal gestellt hat. Oder auch nicht.

Thomas hatte die Aufgabe, die Frage zu klären, ob das Essen von Fischen einer Meerjungfrau als Kannibalismus betrachtet wird?
Als Vergleich wurde die allseitsbekannte Arielle gewählt. Quintessenz war, dass doch Arielle keine Kannibalen ist.
Wo er recht hat, hat er recht.

Das war noch nicht alles.

  • Vampir oder Werwolf?
  • Was ist Geschmackskonservatismus und was hat es mit kognitiver Dissonanz zu tun?
  • Sind Bioprodukte aus dem Ausland aufgrund der langen Wege generell weniger nachhaltig?

Das sind nur einige Fragen, die zeigen, wie abwechslungsreich der Abend war.

Am Ende ließ Berndt es sich nicht nehmen, sich an der schwersten aller schweren Fragen zu versuchen.
Der ontologische Spagat zwischen Objekt- und Subjektzurechnung des Tieres?

Nur im Rhetorikklub kann man lernen, solche Fragen elegant zu beantworten, sich nicht aus der Ruhe bringen zu lassen und daran zu wachsen.

Vertrauen

Das war das zentrale Thema von Enricos Rede.

Was ist eigentlich Vertrauen?
Wo kommt es her?
Was ist die Basis von Vertrauen?

Das sind alles Fragen, die wohl jeder anders beantworten wird.
So scheint Vertrauen ein evolutionärer Prozess zu sein, der vor mehr als 100.000 Jahren begonnen hat, als
unsere Vorfahren in der Savanne gelebt haben. Ohne Vertrauen war es kaum möglich zu überleben.
Ohne dass ich mich auf die anderen Mitglieder meiner Gruppe verlassen kann, auf ihr Wissen oder ihre Fähigkeiten, wird der Jagderfolg ausbleiben. Ebenso bei der Bekanntschaft von Fremden. Haben wir kein Vertrauen, lernen wir womöglich keine neue Ideen und Techniken kennen.
Fortschritt ade.

Um Vertrauen aufzubauen, müssen wir Erwartungen erfüllen. Wir müssen zu unseren Worten stehen und danach handeln.
Ein weiterer Baustein ist Aufmerksamkeit. Die ist heutzutage eine knappe Ressource.
Wollen wir Vertrauen nachhaltig aufbauen, dann müssen wir uns auf unser Gegenüber fokussieren.

Eins hat die Rede jedenfalls beantwortet. Vertrauen ist der Treibstoff unserer Beziehungen.
Er ist wie Kleber, der alles zusammenhält. Es ist der zentrale Wirtschaftsmotor.

Nur wenn die Menschen uns vertrauen, werden sie mit uns durch dick und dünn gehen.

Das ist, was den Rhetorikklub auszeichnet. Jeder kann sich ausprobieren. Jeder kann Fehler machen.
Durch wertschätzendes und konstruktives Feedback sowie durch Unterstützung kann sich jeder weiterentwickeln.
Vertrauen ist unsere Basis.