Rhetorikklub Dresden

Reden lernen durch Reden

Neuigkeiten

Die Kunst des guten Feedbacks

Der vergangene Abend stand im Zeichen des Workshops. Unser langjähriges und erfahrenes Mitglied Enrico hatte sich das Ziel gesetzt, uns und unsere Gäste in die Welt des guten Feedbacks zu entführen.

Doch was sind Feedback bzw. Rückmeldungen? Was macht ein gutes Feedback aus?

Rückmeldungen zum eigenen Redeverhalten sind das Herzstück eines jedes Toastmaster-Treffens. Für manche Toastmaster gehört die „Bewertungsrede“ gar zu den Lieblingsdisziplinen. Denn in einer gelungenen Bewertungsrede spiegeln sich viele Aspekte guter Kommunikation wieder. Dazu gehören Beobachten, Zuhören und wertschätzend und präzise präsentieren. Eine wichtige Maxime der Toastmasters lautet daher: „Wenn Du Deine Redekunst verbessern willst, solltest Du lernen, wie Du hilfreiche Bewertungen abgibst“.

Bewertungen ermutigen Redner, weiter zu üben und zu lernen. Mitglieder, die aufmerksame Bewertungen erhalten, fühlen sich gehört und werden motiviert, sich zu verbessern.

Dadurch entwickeln wir uns nicht nur selbst weiter, sondern geben auch anderen die Möglichkeit zu wachsen und das jeden Tag!

Einmalig

Guido, unser Moderater des Abends, hat aus dem Abend etwas Einmaliges gemacht.
Es war ein Stegreifabend, kombiniert mit einem Workshop.

Wir haben gelernt, mit welchen drei Methoden Stegreifreden gemeistert werden können.
Zuerst gab es eine kleine Vorstellung der jeweiligen Methode. Der erste Redner hatte dann die Aufgabe, das ganze noch
mal ausführlicher mit einem kleinen Beispiel zu erklären. Der zweite Redner musste die Methode dann anhand einer
Frage durchführen.

Zuerst war die Methode „Vergangenheit – Gegenwart – Zukunft“ gefragt. Es ist auch möglich, Zeitstrahl dazu zu sagen.
Der Redner nimmt hier etwas aus der Vergangenheit. Das kann ein persönliches Erlebnis sein oder eine Beobachtung. Dann folgt eine kleine Anekdote aus der Gegenwart. Zum Schluss wird das Ganze mit der Zukunft abgerundet.

Als zweite Möglichkeit wurde das „Pro und Kontra“ vorgestellt. Diese einfache Methode erlaubt es,
zu einem beliebigen Thema, das für und wieder darzustellen. Der Redner kann das ganze dann durch einfache Beispiele untermauern.

Eine etwas herausfordernde Methode ist das „Storytelling“. Hier geht es ganz einfach darum, Geschichten zu erzählen.
Das kann eine persönliche Geschichte sein, die immer gut ankommt oder eine ausgedachte. Jedenfalls ist hier der Kreativität keine Grenzen gesetzt.
Wichtig ist hier, dass es mindestens einen Anfang, einen Mittelteil und einen Schluss gibt. Ebenfalls sollte nicht vergessen werden, dass gute Geschichten mit einem guten ersten Satz beginnen.

Mit diesen einfachen Methoden und etwas Übung ist damit jeder in der Lage, aus dem Stegreif eine Rede zu halten, egal zu welchem Thema.


So einfach kann Reden sein.

Fragen über Fragen

Der vergangene Abend war durch Stegreifreden geprägt. Es wurde ein buntes Potpourri aus Fragen und Themen zusammengestellt.
Da gab es z. B vielfältige Fragen, die jeder Mensch sich sicherlich schon einmal gestellt hat. Oder auch nicht.

Thomas hatte die Aufgabe, die Frage zu klären, ob das Essen von Fischen einer Meerjungfrau als Kannibalismus betrachtet wird?
Als Vergleich wurde die allseitsbekannte Arielle gewählt. Quintessenz war, dass doch Arielle keine Kannibalen ist.
Wo er recht hat, hat er recht.

Das war noch nicht alles.

  • Vampir oder Werwolf?
  • Was ist Geschmackskonservatismus und was hat es mit kognitiver Dissonanz zu tun?
  • Sind Bioprodukte aus dem Ausland aufgrund der langen Wege generell weniger nachhaltig?

Das sind nur einige Fragen, die zeigen, wie abwechslungsreich der Abend war.

Am Ende ließ Berndt es sich nicht nehmen, sich an der schwersten aller schweren Fragen zu versuchen.
Der ontologische Spagat zwischen Objekt- und Subjektzurechnung des Tieres?

Nur im Rhetorikklub kann man lernen, solche Fragen elegant zu beantworten, sich nicht aus der Ruhe bringen zu lassen und daran zu wachsen.

Vertrauen

Das war das zentrale Thema von Enricos Rede.

Was ist eigentlich Vertrauen?
Wo kommt es her?
Was ist die Basis von Vertrauen?

Das sind alles Fragen, die wohl jeder anders beantworten wird.
So scheint Vertrauen ein evolutionärer Prozess zu sein, der vor mehr als 100.000 Jahren begonnen hat, als
unsere Vorfahren in der Savanne gelebt haben. Ohne Vertrauen war es kaum möglich zu überleben.
Ohne dass ich mich auf die anderen Mitglieder meiner Gruppe verlassen kann, auf ihr Wissen oder ihre Fähigkeiten, wird der Jagderfolg ausbleiben. Ebenso bei der Bekanntschaft von Fremden. Haben wir kein Vertrauen, lernen wir womöglich keine neue Ideen und Techniken kennen.
Fortschritt ade.

Um Vertrauen aufzubauen, müssen wir Erwartungen erfüllen. Wir müssen zu unseren Worten stehen und danach handeln.
Ein weiterer Baustein ist Aufmerksamkeit. Die ist heutzutage eine knappe Ressource.
Wollen wir Vertrauen nachhaltig aufbauen, dann müssen wir uns auf unser Gegenüber fokussieren.

Eins hat die Rede jedenfalls beantwortet. Vertrauen ist der Treibstoff unserer Beziehungen.
Er ist wie Kleber, der alles zusammenhält. Es ist der zentrale Wirtschaftsmotor.

Nur wenn die Menschen uns vertrauen, werden sie mit uns durch dick und dünn gehen.

Das ist, was den Rhetorikklub auszeichnet. Jeder kann sich ausprobieren. Jeder kann Fehler machen.
Durch wertschätzendes und konstruktives Feedback sowie durch Unterstützung kann sich jeder weiterentwickeln.
Vertrauen ist unsere Basis.

Wieder zu Hause

Nach langer Zeit war es wieder soweit. Endlich konnten wir einen Abend wieder in unserem Klubraum abhalten. Die Freude war auf allen Seiten sichtlich groß.
Acht Monate lang hieß es, seine Rhetorik über Online-Meetings zu schulen. In dieser Zeit konnten wir viel lernen und uns ausprobieren. Es sind fantastische, multimediale und kreative Reden entstanden, die bisher so nicht möglich waren.

Doch sich live zu treffen, ist etwas vollkommen anderes. Schnell haben wir gemerkt, wie wichtig es war, sich online zu treffen und Reden zu üben.
So war es kein Problem, wieder auf einer „Bühne“ zu stehen und eine Rede aus dem Stegreif zu halten. Das zeigt auch den Unterschied zu reinen Online-Treffen.
Die Bewegung des Redners und die Gestik können hier viel mehr zur Geltung kommen. Eine nicht zu unterschätzende Unterstützung für eine Rede. Aber auch das haben wir trotz langer Pause sehr gut gemeistert.

Heike hatte die Ehre, diesen besonderen Abend zu moderieren. Sie überrascht uns mit dem ungewöhnlichen und anspruchsvollen Thema Blumen. Zu Beginn gab es immer eine kleine Einleitung.
Was sagt die Blume in Speziellen aus? Was hat die Farbe für eine Bedeutung? Eine sehr schöne Moderation, die sehr viel Vorbereitungszeit benötigt. Es gipfelte in Fragen, wie „Welche Empfehlung – Lilie oder Pfingstrose – gibts Du, wenn Du Brautjungfer bist“ oder, „Womit betörst Du uns? Was ist Deine Botschaft an uns?“

Freuen wir uns weitere spannende Abende und Reden. Selbstverständlich in unserem Klubraum.

Honoration

Endlich gab es mal wieder eine vorbereitete Rede von Heike. Ihr Ziel war es, eine Rede zu einem besonderen Anlass zu halten. Bereits im Vorfeld rätselten wir, worum es dabei gehen könnte? Nur der Titel „Honoration“ war uns bekannt.
Wer oder was könnte honoriert werden? Letztendlich hielt Heike eine bewegende Rede über uns, den Rhetorikklub.

Heike erzählte, wie ihre Reise vor achtzehn Monaten begann. Die Probleme mit der Eisbrecherrede. Es galt erst mal einen begehrten Redeplatz zu ergattern. Das war gar nicht so einfach, doch mit Unterstützung der Klubmitglieder eine Aufgabe, die gelöst werden konnte.
Fast war das Ziel erreicht, da kam der erste Lockdown dazwischen. Für alle hieß es, sich nur noch digital zu treffen. Trotzdem ließ Heike es sich nicht nehmen, ihre erste Rede online zu halten.
Auch bedankte Heike sich beim Team der Führungskräfte, die in schwierigen Zeiten den Klub zusammengehalten haben. Besonderen Dank gab es für Enrico, der es durch seine Tatkraft erst möglich gemacht hat, dass wir uns alle online treffen können.

Nach dem ersten Lockdown ging ihre Reise weiter. Die erste Moderation des Abends. Die erste Live-Rede an einem besonderen Ort.
Da wir in unseren Klubraum nicht hinein dürften, dürften wir in die große JohannStadthalle. Selbstverständlich mit großer Bühne.
Dort eine Rede zu halten war ein grandioses Gefühl, vor allem für die erste Rede.
Auch für den Umgang des Klubs mit dem zweiten Lockdown verteilte sie viel Lob und Dank. Wir entwickelten nicht nur neue Redeinhalte, sondern eine eigene Handschrift.
Heikes sichtlich bewegendes Resümee: Das macht uns so schnell keiner nach.

Wir konnten beobachten, dass Heike sichtlich stolz ist, ein Teil dieser Gesellschaft sein zu dürfen.

Ängste

Dieses Mal waren wir auf einem imaginären Ärztekongress zu Gast. Das Thema waren Ängste.
Wie wir dabei gelernt haben, gibt es sehr viele Ängste.

Jeder Redner hat die Aufgabe bekommen, eine bestimmte Angst zu erklären, erläutern oder vorzustellen. Leichter gesagt als getan bei Begriffen wie Archeibutyrophobie oder Koumpounophobie.
Eine Taktik sollte hier nicht angewandt werden. Der Redner sollte gar nicht erst versuchen, das zu erklären. Außer er weiß tatsächlich, was Koumpounophobie ist.
Stattdessen wurden viele kreative Reden gehalten. Es wurden unter anderem neue bahnbrechende Produkte zu frei erfundenen Ängsten vorgestellt.
Auch war es möglich, ein Teil des Wortes zu nehmen und eine Rede daraus zu bauen.
Unsere beiden Gäste aus Prag haben sogar gemeinsam eine Rede bzw. einen Dialog zu Peladophobie gehalten. Etwas Vergleichbares hatten wir noch nicht.
Natürlich lag es nahe, bei der Peladophobie etwas über Ängste und Fahrräder zu erzählen.

Natürlich möchte ich noch die Begriffe auflösen. Arachibutyrophobie ist die Angst vor Erdnussbutter. Bei der Koumpounophobie hat man Angst vor Knöpfen. Also z. B. die Knöpfe an Hemden.
Die Peladophobie hat rein gar nicht mir Fahrrädern zu tun. Hier hat man die Angst vor Glatzen.

Redeangst vor Publikum war nicht Teil unseres Kongresses. Dafür gibt es aber auch ein Mittel. Der Rhetorikklub!

Kurios

Berndt überraschte uns mit einer sehr unkonventionellen Rede, die kaum in Worte gefasst werden kann.
Alles begann mit einer Texteinblendung. Die erste Assoziation, die einem in den Sinn kamen, waren Filme wie Terminator oder Running Man. Bereits hier war in den ersten Sekunden große Begeisterung zu spüren.

Als Nächstes sahen wir einen Forscher, der in einem V-Log über seine Erfindung berichtete. Die Massen Aufmerksamkeitswaffe (MAW). Alles hatte einen Flair von Endzeitstimmung.
Durch Einspieler brachte Berndt uns die einzelnen Schritte näher. Von der Aufmerksamkeitsökonomie, Testimonials und ASMR, war alles dabei.
Angereichert wurde das mit subtilen Botschaften und jede Menge Anglizismen.
Schlussendlich wurde uns eine einzigartige Rede präsentiert. So etwas gibt es nur im Rhetorikklub.

Im zweiten Teil überraschte uns Heike mit kuriosen Stegreifreden.
Den Tag der Arbeit oder Pfingsten kennt jeder. Wie sieht es mit dem Tag der verlorenen Socke aus? Oder mit dem Tag des Fahrradflickzeugs?
Beides sind „Feiertage“ im Mai. Von einer Reise nach Schottland zum Welt-Whisky-Tag bis zum Tag des Wanderns waren die Aufgabenstellungen kreativ wie abwechslungsreich.

Können wir das übertrumpfen? Lassen wir uns beim nächsten Abend überraschen.

Piraten

Am vergangenen Abend hatten die Mitglieder reichlich Gelegenheit, Stegreifreden zu üben.
Dieses Mal war viel Kreativität gefragt. Alles drehte sich um die Abenteuer eines Piraten.

Alles fing damit an, der Liebsten zu erklären, das man alles aufgibt, um ein Seeräuberleben zu führen. Daniel versuchte es Ihr mit Schmuck und einem ausschweifenden Leben schmackhaft zu machen.
Sich an Bord mit einem Enterhaken zu schmuggeln, um dann bei der nächsten Rede das Schiff bei einem Kochversuch in Brand zu stecken. Jetzt rede Dich mal dort hinaus. Gar nicht so einfach. Doch Dorit hat es gemeistert.

Natürlich kamen auch Beutezüge und Schätze nicht zu kurz. Erklär doch mal der Mannschaft, dass Du den Schatz ausgeben und nicht vergraben möchtest.

Anschließend waren Überredungskünste gefragt, um nicht als Snack auf dem Grill zu landen. Es ist eine schlechte Idee, seinen Schatz auf einer Kannibaleninsel zu vergraben.

Feierei in Tortuga kam selbstverständlich auch nicht zu kurz. Nach wochenlangen Beutezug auf See in engen Kajüten wollte Heike aber nicht feiern gehen.
Stattdessen gab es ein Ruderboot, ein Held von der Insel und Mondschein. Wer hätte gedacht, dass es romantische Piraten gibt?

Von des Gouverneurs Tochter bis zu einer Marketingkampagne war das Themenspektrum weit gefächert.

Die Zeit verging wie im Flug. Das Resultat waren jede Menge bildhafte, kreative und lustige Geschichten, die den Rednern einiges abverlangt haben. Ohne Schweiß und Tränen (selbstverständlich sinnbildlich gesprochen), kann man auch nicht zum Kapitän der Redner aufsteigen.

Jahrestag

Am heutigen Abend gab es wieder eine vorbereitete Rede mit dem Ziel, dem Publikum etwas für sie Unbekanntes zu präsentieren.
Geendet hat es mit einer Vorstellung von drei skurrilen Produkten, die die eigene Gesundheit befördern sollen. Mehr oder weniger.
Das Publikum hatte seinen Spaß. Im Nachhinein stellt sich heraus, dass es besser gewesen wäre, sich nur auf ein Produkt zu beziehen und dieses detailliert auseinander zunehmen.
Genau dafür üben wir in diesem geschützten Raum. Wir können uns einfach mal ausprobieren und immer aus dem Feedback anderer lernen.
Bei der nächsten Rede ist es dann möglich, die Kritikpunkte einzuarbeiten. Das macht den Rhetorikklub aus!

Anschließend hat uns Dorit mit besonderen Stegreifreden überrascht. Der Anlass war der Untergang der Titanic vor 109 Jahren.
Uns wurden einige Herausforderungen gestellt.
Thomas sollte die Crew überzeugen, ihn doch an Bord eines Rettungsbootes zu lassen, obwohl doch nur Frauen und Kinder aufgerufen sind.
Um dieses Problem zu lösen, teilte er seine Rede in drei Möglichkeiten auf.
Da es um Leben und Tod geht, Adrenalin aus geschüttet wird, hilft nur heulen, wimmern und schluchzen.
Alternativ schlug er vor, ruhig und sachlich zu bleiben. Man könnte es ja mit Bestechungen versuchen und einen Batzen Geld auf den Tisch legen.
Als Letztes sprach er darüber, einfach frech zu sein. Die Rede endete mit einer filmreifen Schmuggelaktion.

Das hat sich Daniel bei seiner Rede auch gedacht. Er dürfte erklären, wie er Rose überreden kann. Auf dem hölzernen Trümmerteil Platz zu machen. Nachdem er schwimmend und frierend sorgfältig darüber nachgedacht hatte, kam er
zu dem Schluss, Rose doch einfach von der Tür zu stoßen und sich selbst darauf zu legen. Damit hatte er am Ende die Lacher auf seiner Seite.